Gleitzeit
Gleitzeit ist ein Arbeitszeitmodell, bei dem Beschäftigte Beginn und Ende ihrer täglichen Arbeitszeit innerhalb eines vereinbarten Rahmens selbst festlegen – meist kombiniert mit einer verpflichtenden Kernarbeitszeit. Die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes gelten weiter: höchstens acht Stunden werktäglich, ausnahmsweise zehn (§ 3 ArbZG). Abweichungen von der Sollarbeitszeit sammelt das Gleitzeitkonto.
Wie funktioniert ein Gleitzeitkonto?
Auf dem Gleitzeitkonto werden Plus- und Minusstunden gegenüber der Sollarbeitszeit erfasst. Guthaben kann durch freie Tage ausgeglichen werden. Eine digitale Zeiterfassung berechnet den Saldo automatisch.
Beispiel aus der Praxis
In einem Planungsbüro gilt ein Gleitzeitrahmen von 7 bis 19 Uhr mit Kernarbeitszeit am Vormittag. Wer an einem Tag länger bleibt, baut Plusstunden auf und kann sie an einem anderen Tag wieder abbauen. Die Teamleitung sieht im Teamkalender, wer wann da ist, und achtet darauf, dass die gesetzliche Tageshöchstgrenze auch an langen Tagen eingehalten wird.
Deutschland und Österreich im Vergleich
- Deutschland: Die werktägliche Arbeitszeit darf acht Stunden nicht überschreiten; bis zu zehn Stunden sind möglich, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden (§ 3 ArbZG).
- Österreich: Gleitende Arbeitszeit muss durch Betriebsvereinbarung oder, ohne Betriebsrat, durch schriftliche Gleitzeitvereinbarung geregelt werden; die tägliche Normalarbeitszeit darf grundsätzlich zehn Stunden nicht überschreiten (§ 4b AZG (RIS)).
In SL-UP umsetzen: Stunden-Saldo für Plus- und Minusstunden in den Berichten →
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